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Sinn.Voll.Leben #002

 

Sehen

 

Wenn wir von unseren Sinnen sprechen, so beziehen wir uns meistens auf die fünf Sinne: sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Wenn uns alle fünf Sinne zur Verfügung stehen, dürfen wir uns glücklich schätzen! Der Verlust einer Sinnesempfindung ist für viele Menschen zunächst einmal ein Schock. Doch wie immer im Leben birgt es auch gleichzeitig eine Chance: die Möglichkeit, die anderen Sinne zu schärfen! Beim Verlust des Sehens entwickeln Menschen zum Beispiel oft das Hören und das Fühlen weiter. Und auch der sogenannte sechste Sinn – die Intuition – wird sensibler. Dadurch entsteht eine andere Form des „Sehens“.

 

In unserer heutigen Zeit hat der „Seh-Sinn“ wohl die größte Bedeutung. Allein durch die Entwicklung der Arbeitswelt mit der rasanten Zunahme an Tätigkeiten vor einem Bildschirm zeigt, wie wichtig es ist, zu sehen. Doch gerade durch diese eingeschränkte Sicht(weise) auf eine Oberfläche mit digitalen Inhalten verlernen wir, „wirklich“ zu sehen! Nämlich nicht nur zweidimensional, sondern mehrdimensional: tiefer blicken, Weitblick entwickeln, Perspektivenwechsel vornehmen, Visionen haben. Durch ständiges Starren auf einen Bildschirm tendieren wir zu Oberflächlichkeit, Enge, Verkrampfung und Verschlossenheit. Es kommt nichts zurück. Wir erschöpfen uns. Im Gegensatz dazu steht das Schauen, das Staunen, das sich berühren lassen. Dies erfolgt hauptsächlich mit natürlichen Subjekten und Objekten, wie anderen Menschen, Tieren, Pflanzen und anderen Naturerscheinungen – eben mit drei oder sogar vier Dimensionen (wenn man z.B. Gefühle als eine zusätzliche Komponente betrachtet).

Ich war kürzlich wieder in Frankreich auf einem Seminar an einem wunderschönen Ort mitten in der Natur.  Während des Abendessens auf der Terrasse ging plötzlich ein Regenschauer nieder und bescherte uns einen intensiven doppelten Regenbogen. Fast alle TeilnehmerInnen waren erfüllt von diesem Naturschauspiel und dessen Schönheit und Faszination. Oder Sonnenuntergänge: Warum faszinieren uns seit jeher Sonnenuntergänge (oder auch Sonnenaufgänge)?

Ich glaube, weil wir Teil der Natur sind und unser innerstes Wesen von der Vollkommenheit und der Vielfalt der Natur angesprochen wird und berührt wird.

Deshalb ist es in unserer modernen Welt – vor allem in den bildschirmorientierten Berufen und dem Leben in Städten – so wichtig, unserem Seh-Sinn regelmäßig hochwertige „Nahrung“ zu schenken, wie eben durch Erscheinungen der Natur. Aber selbst wenn wir den ganzen Tag im Büro sind, können kurze Pausen vom Bildschirm mit echten Begegnungen von und mit KollegInnen und einem Austausch von Persönlichem eine Möglichkeit sein, andere Perspektiven zu erfahren und Sichtweisen zu verändern. Denn schließlich wollen wir nicht nur sehen, sondern auch gesehen werden! Und das kann uns – zumindest bis jetzt – der Computer noch nicht in der angemessenen Form zurückgeben. In diesem Sinn: „Wir sehen uns!“

 

Herzlich, Klaus

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