Sinn.Voll.Leben #004: Sind die aktuellen Maßnahmen gegen das Corona-Virus sinnvoll?

Ich habe es bis jetzt meist vermieden, mich politisch oder gesellschaftskritisch öffentlich zu Wort zu melden, weil ich mich mehr auf meine Expertise als Shiatsu-Praktiker und Unternehmer im ganzheitlichen Gesundheitsbereich beschränkt habe. Durch die aktuelle Situation fühle ich mich allerdings persönlich betroffen und in meinem Beruf und meiner Freiheit massiv eingeschränkt, und deshalb erlaube ich mir, meine Meinung dazu kundzutun:

 

In seltener Einigkeit wurden am Wochenende im österreichischen Parlament drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus getroffen. Die Frage stellt sich jedoch für mich: wurden diese Maßnahmen wirklich zum Schutz der gesamten Bevölkerung getroffen?

 

Ich möchte daher 2 Thesen in den Raum stellen, die mich beschäftigen:

 

1)    Profilierung und Selbstdarstellung

Warum interessiert sich die Politik plötzlich für ca. 10% der Bevölkerung (älter als 75 Jahre, Quelle Statistik Austria vom 24.1.2020), von denen vielleicht 3-5%  in den nächsten Wochen sterben wird, die aber wahrscheinlich auch durch andere Formen der Grippe oder sonstigen Viren sterben würden oder durch ihre bereits bestehenden Vorerkrankungen?  (Berücksichtigung aktueller Berichte und Prognosen) Und nur um es gleich klarzustellen: ich bin auch dafür, Leben zu schützen und zu erhalten, aber um welchen Preis? Was ist mit der jungen Bevölkerung, mit unseren Kindern und Jugendlichen? Mit der arbeitenden Bevölkerung? In angeblich 80% der Fälle verläuft die Krankheit mild oder wird nicht einmal bemerkt! Ich arbeite nun schon seit 20 Jahren mit Shiatsu am Arbeitsplatz und habe ständig Menschen behandelt, die sich trotz einer Grippe in die Arbeit geschleppt haben. Und ich wurde deswegen auch nicht krank (ohne Grippe-Impfungen!). Also ein gesunder Mensch mit einem annähernd intakten Immunsystem wird auch vom Corona-Virus keine ärgeren Symptome spüren als bei einer „normalen“ Grippe oder gar nicht krank werden. Warum also jetzt plötzlich diese Maßnahmen? OK, da ist der Verlauf in Italien, einem Nachbarland von uns, der uns verunsichert. Als Corona nur in China grassierte, haben wir uns noch keine Gedanken gemacht ... Aber plötzlich sterben 500, 600, 1000 Menschen quasi gleich nebenan – da muss man handeln! Da muss die österreichische Politik zeigen, dass sie es besser kann als die Italiener! Also machen wir doch gleich, was Italien erst nach 2 oder 3 Wochen gemacht hat. Dazu müsste man allerdings zuerst auch das italienische Gesundheitssystem mit dem österreichischen vergleichen und deren Unterschiede. Und viele andere Parameter berücksichtigen, die nicht einfach so 1:1 übernommen werden können. Z.B. dass Italien 60 Millionen Einwohner hat und Österreich knapp 9 Mio. (selbst nur Norditalien hat über 15 Mio!) Und von China wollen wir gar nicht erst sprechen...

Stand in Österreich mit heute, 16.3.: 1061 registrierte Infektionen, 3 Menschen sind bisher verstorben (alle 3 mit nachweislichen Vorerkrankungen und über 70 Jahre alt; Zeitraum seit Bekanntwerden des ersten Falles in Österreich: ca. 3 Wochen).

Ja, die Ausbreitung verläuft häufig exponential (nicht immer – in Deutschland gab es letzte Woche z.B. in Nordrhein-Westfalen auch eine lineare Ausbreitung) und es werden weitere Menschen daran sterben. In Österreich sterben TÄGLICH ca. 7 Menschen (Stand 2018) – durch Krankheiten, Unfälle oder natürlichen Tod.

 

Doch zurück zur Politik. Da könnte man z.B. auch folgendes sehen:

Bundeskanzler Kurz sieht kurz nach der Wiederwahl die Chance, endlich den großen Macher spielen zu können und „staatsmännisch“ zum Wohle der ganzen Bevölkerung zu handeln (indem zuvor noch die Angst vor dem gefährlichen Virus kräftig geschürt wurde)

Die ÖVP als Wirtschaftspartei schlägt mit diesen Stillstands-Maßnahmen die komplette Wirtschaft zusammen, um danach als starke Kraft beim Wiederaufbau dazustehen.

Die Grünen hätten in dieser Regierung nie und nimmer diese ökologisch positiven Effekte durchgebracht, die durch das massive Zurückfahren von Industrie und Verkehr nun zum Tragen kommen (wobei ich diese Effekte auch positiv finde!)

Die FPÖ bekommt nun endlich das, was sie seit Jahren erfolglos versucht hat, umzusetzen: Grenzschließung und Einwanderungsstopp.

Die SPÖ ist im Moment einfach mal froh, dass ihr eigener Niedergang etwas aus dem Blickwinkel geraten ist und kann sich so durch diese Krise wieder auf die Wichtigkeit eines sozialen Zusammenhalts im Land stürzen.

Bei den NEOS ist der Vorteil aus meiner Sicht nicht ganz so sichtbar, aber als junge Erneuerungspartei bin ich mir sicher, dass auch sie in der Post-Corona-Zeit vehement auf ihrer Ideologie einer Neuausrichtung der Politik und Gesellschaft pochen werden.

 

Somit ist klar, dass wie durch ein Wunder alle Parteien sich irgendetwas auf die Fahnen heften können und die Politik nach einer immer größer gewordenen Politikverdrossenheit scheinbar wieder seine Wichtigkeit findet.

 

2)    Die Macht durch Kontrolle und Beeinflussung

Wir leben inzwischen in einer Welt, die so komplex, verwoben und versponnen ist, dass NIEMAND mehr nur annähernd irgendwelche Abläufe kontrollieren kann. Und doch tun wir alle – jede(r) einzelne von uns – noch immer so, als ob wir alles im Griff hätten, ganz egal ob im Beruf oder im Privaten. Deshalb beneide ich auch keinen der Politiker und unterstelle auch keinem böse Absichten. Aber wie wäre es, wenn sich auch die Politik endlich einmal ehrlich eingestehen würde, keinen Einfluss mehr auf die Abläufe in der Welt zu haben? Dass wirtschaftlich gesehen inzwischen eine Minderheit von Großkonzernen bestimmt, was passiert? Dass durch jahrzehntelanges Eingreifen in die Natur diese unberechenbar zurückschlägt? Dass wir dadurch ständig nur noch am Reagieren statt am Agieren sind? Und dass wir all diese Themen nicht hinter nationalen Grenzen verschließen können? Doch das würde gleichzeitig bedeuten, dass jeder einzelne Bürger mehr Verantwortung übernehmen müsste, für sich und für sein unmittelbares Umfeld. Dass wir als Bürger aufstehen müssten und sagen, „Halt – so geht es nicht weiter!“ Dass wir unsere eigene Lebensweise massiv ändern müssten und unsere Komfortzone verlassen. Ständig beschweren wir uns über die Politik, und doch wählen wir immer wieder diejenigen, die am lautesten schreien und am meisten versprechen, und die uns danach regelmäßig enttäuschen. Maßnahmen wie die, die grad umgesetzt werden, fahren über uns hinweg und entmündigen uns unter dem Argument, dass schnell gehandelt werden muss. Am Samstag Mittag hieß es noch, „sicher keine Ausgangssperren“, am Sonntag Abend wurde es schon beschlossen. „Kurz“schlussreaktionen, deren Auswirkungen sich keiner so richtig bewusst ist! Was passiert denn, wenn der Verlauf der Ausbreitung verlangsamt wird? Sie dauert länger! Der deutsche Virologe Dr. Drosten und auch viele seiner KollegInnen sprechen davon, dass eine „Durchseuchung“ von 60-70% der Bevölkerung notwendig ist, um immun zu werden und die Verbreitung zu stoppen. Das kann bei einer Verlangsamung der Ausbreitung bis zu 2 Jahre dauern! Eine Impfung wird frühestens in 12-18 Monaten in Aussicht gestellt. Wann sollen dann die Maßnahmen gelockert werden? Nach 2 Wochen? Nach 2 Monaten? Viel länger wird das unser System nicht aushalten. Was passiert, wenn die Wirtschaft soweit zusammenbricht, dass dabei noch wesentlich mehr Menschen sterben werden, wenn es plötzlich darum geht, genug zum Essen zu bekommen? Bleiben wir da ruhig und friedlich, wenn wir nichts mehr im Supermarkt bekommen? Lassen wir das ganze Obst und Gemüse weiterhin aus Italien und Spanien liefern? Was, wenn von dort nichts mehr kommt? Der Grat ist schmal...

 

Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass wir alle zusammen keine Demut mehr vor dem Leben haben und glauben, wir könnten eben alles kontrollieren und steuern. In Wirklichkeit wollen wir nicht akzeptieren, dass der Tod ein Bestandteil des Lebens ist und in dem Versuch, dem Tod auszuweichen oder ihn hinauszuzögern - wenn es sein muss mit künstlicher Ernährung, Beatmungsgeräten und ähnlichem - verleugnen wir einfach Tatsachen. Das Corona-Virus ist nicht die erste Pandemie und wird auch nicht die letzte bleiben. Tsunamis, Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürre usw. werden uns ebenfalls weiterhin begleiten und es werden Menschen dabei sterben. Und wer spricht derzeit von den zahlreichen Toten in unserem Land, die jedes Jahr an Depressionen und deren Folgen sterben, an den Auswirkungen einer ungesunden Lebensweise, an Hirntumoren, Krebs, Freizeitunfällen, Verkehrsunfällen usw. usw.? Selbstverständlich kann man alles verbieten: Rauchen, Alkohol, Autofahren, Bergsteigen, Extremsport, Reisen, ... alles lebensgefährlich! Wenn wir alle zuhause bleiben, eingesperrt in den eigenen 4 Wänden, sind wir angeblich sicher, können wir eventuell die Ausbreitung dieses Virus verlangsamen. Aber wir verbieten dadurch auch grad massenhaft gesundheitsfördernde Maßnahmen, wie Sport und alle Arten von gemeinschaftlichen sozialen Aktivitäten, das Besuchen von Yoga-Kursen, Fitness-Centern, Thermen, Massagen (inkl. Shiatsu!) und vieles mehr; kurzum: Dinge, die unsere Gesundheit schützen und erhalten und unser Immunsystem stärken.

Gleichzeitig fördern wir durch „isolieren und abschotten“ latente Konfliktpotenziale in Familien mit der Gefahr der Zunahme an Aggressionen und häuslicher Gewalt, steigende Stresssymptomatiken durch Existenzängste, Hoffnungs- und Perspektivenlosigkeit und allen dadurch möglichen krankmachenden Folgesymptomen.

 

Also frage ich mich nocheinmal: Sind das wirklich weise und durchdachte Entscheidungen auf der Basis von vielfältigen und unterschiedlichen Informationen? Oder sind es doch nur Entscheidungen, um Macht zu demonstrieren und die eigene Position zu stärken? Die nächsten Tage und Wochen werden es zeigen ....

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